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Mögliches US-Verbot erhöht Großbritanniens Versorgungsrisiko

Die Regierung des Vereinigten Königreichs führt angesichts eines möglichen US-Diesel-Exportverbots Gespräche mit Washington und bereitet zugleich die eigenen Vorräte auf eine mögliche Unterbrechung vor. John Healey sagte der BBC News, die Dieselpreise im Land seien auf ein „extrem“ hohes Niveau gestiegen. Weil Großbritannien rund ein Drittel seiner Dieselimporte aus den USA bezieht, könne sich das Risiko direkt in den Preisen an den Tankstellen niederschlagen.

Healey erklärte am Rande der Labour-Parteikonferenz in Liverpool, die Regierung arbeite eng mit der US-Seite zusammen. Zugleich sei es wichtig, dass sich der Konflikt im Nahen Osten auf diplomatischem Weg beruhige, um den finanziellen Druck zu verringern. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende erklärt, ein Verbot von Dieselexporten werde ernsthaft geprüft.

Preise steigen auf Rekordniveau

Nach Angaben des RAC stieg der Dieselpreis in Großbritannien am Montag im Schnitt auf 199,33 Pence je Liter und erreichte damit einen neuen Höchststand. Damit wurde auch der bisherige Rekord von 199,09 Pence aus dem Juni 2022 übertroffen, der nach Russlands großangelegtem Angriff auf die Ukraine erreicht worden war.

Auch die Benzinpreise ziehen weiter an. Der Liter Superbenzin liegt im Land derzeit bei 174,23 Pence.

Wie Lieferdruck und Steuertermine den Markt beeinflussen

In den vergangenen sieben Monaten haben der Krieg gegen den Iran sowie die Lage in der Region die Ölproduktion und den Transport im Großhandel erheblich beeinträchtigt. Zusammen mit den Auswirkungen des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine auf die Energieflüsse hat dies die weltweiten Kraftstoffpreise weiter nach oben getrieben und die Abhängigkeit Großbritanniens von externen Entwicklungen deutlich gemacht.

US-Kreisen zufolge erwägt die Trump-Regierung das Exportverbot, um die Preise für Verbraucher im eigenen Land zu senken. Der Schritt soll vor wichtigen Zwischenwahlen den Binnenmarkt entlasten, könnte in importabhängigen Ländern aber zusätzlichen Kostendruck auslösen.

  • Etwa ein Drittel der britischen Dieselimporte stammt aus den USA.
  • Der Dieselpreis übertraf mit 199,33 Pence den bisherigen Rekord von 199,09 Pence.
  • Der Liter Benzin kostet derzeit 174,23 Pence.

Auch Änderungen bei der Kraftstoffsteuer im Blick

In Großbritannien dürfte die 2022 unter der konservativen Regierung eingeführte Einfrierung der Kraftstoffsteuer zum Jahresende auslaufen. Nach dem aktuellen Zeitplan soll die Steuer im Januar um 3 Pence und im März um weitere 2 Pence steigen.

Healey sagte vor der für den 28. Oktober geplanten Haushaltsvorlage, der Druck durch die Lebenshaltungskosten sei der Regierung bewusst. Die aktuelle Lage deutet jedoch darauf hin, dass der britische Kraftstoffmarkt kurzfristig sowohl wegen eines möglichen US-Exportverbots als auch wegen der anstehenden Steuererhöhungen mit hoher Volatilität rechnen muss.

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