Antrag legt finanziellen Druck auf das Unternehmen offen
White Oak Armory hat beim US-Insolvenzgericht für den östlichen Bezirk von Tennessee einen Antrag auf Umstrukturierung nach Chapter 11 gestellt. Der auf Waffen und Munition spezialisierte Händler aus Cleveland, Tennessee, wies in den Unterlagen vom 24. August Vermögenswerte und Verbindlichkeiten jeweils in einer Spanne von 500.000 bis 1 Mio. Dollar aus. Eine konkrete Begründung dafür, ob die Umsätze zurückgegangen sind oder weshalb der Schutz durch das Insolvenzverfahren nötig wurde, nannte der Antrag nicht.
Den Gerichtsunterlagen zufolge ist der größte Gläubiger des Unternehmens das Tennessee Revenue Department. Die gegenüber der Behörde ausgewiesene Schuld wurde als strittig mit 600.000 Dollar beziffert. Auf der Gläubigerliste stehen zudem Cleveland Utilities und Spectrum, die jeweiligen Forderungsbeträge wurden jedoch nicht einzeln genannt.
Vom Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Website des Händlers und die Telefonleitung sollen jedoch am 30. August weiterhin erreichbar gewesen sein.
Marktschwäche setzt die Branche unter Druck
In den vergangenen zwei Jahren hat der Einzelhandel mit Waffen und Munition deutliche Umsatzverluste verzeichnet, was vermehrt mit Ladenschließungen und Insolvenzanträgen in Verbindung gebracht wurde. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass einige Käufer ihre Bestellungen möglicherweise verschoben haben, weil sie darauf warteten, dass die Steuer nach dem National Firearms Act zum 1. Januar 2026 von 200 Dollar auf null sinkt. Zugleich hieß es, dass die schwache Nachfrage auch im Jahr 2026 angehalten habe.
Was sagen die Zahlen über den Markt aus?
Nach Angaben der National Shooting Sports Foundation gingen die US-Verkäufe von Schusswaffen im Jahr 2025 im Jahresvergleich um 4,1 Prozent auf rund 14,6 Millionen Stück zurück. Dieselbe Quelle berichtete, dass 2024 mehr als 15,2 Millionen Waffen verkauft worden seien. Daten von Tactical Wire zeigten zudem, dass im ersten Quartal 2026 die Verkäufe neuer Waffen um 7,6 Prozent und der Umsatz um 2,6 Prozent sanken, während der durchschnittliche Verkaufspreis um 5,4 Prozent stieg.
Im zweiten Quartalsbericht von Gearfire über RetailBI hieß es, dass die gesamten Stückverkäufe im Jahresvergleich um 3,8 Prozent zurückgingen und die Händlerbestände um 9,2 Prozent sanken. Bei den Lagerbeständen gingen Gewehre um 12,3 Prozent, Schrotflinten um 9,4 Prozent und Pistolen um 7,7 Prozent zurück. Im selben Zeitraum legten die Verkäufe neuer Gewehre um 8,1 Prozent zu, die Verkäufe neuer Pistolen gingen um 5,6 Prozent zurück, und die Schrotflintenverkäufe fielen um 17 Prozent.
Höhere Umsätze deuten auf teurere Produkte hin
Obwohl das Gesamtverkaufsvolumen sank, deutet ein Umsatzplus von 4,5 Prozent auf eine Verschiebung hin zu höherpreisigen Produkten hin. Dem Bericht zufolge stieg der durchschnittliche Verkaufspreis für Schusswaffen im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent. Verbraucher griffen demnach eher zu höherwertigen Gewehren und Pistolen als zu Einsteigermodellen.
Weitere Chapter-11-Anträge in der Branche
Auf der Website von White Oak Armory waren am 30. August keine verkaufsbereiten Bestände in den Kategorien Pistolen, Gewehre, Schrotflinten, Munition, Optikprodukte und Ausrüstung zu sehen. Angezeigt wurden lediglich einige Teile und Zubehörartikel. Weitere Details zum operativen Geschäft des Unternehmens wurden in den Unterlagen nicht genannt.
Auch im Jahr 2026 stellten weitere Unternehmen aus der Branche ähnliche Anträge:
- Hutco Corporation, Eigentümer der Ladenkette Delta Hawk Sportsman Gun & Pawn, beantragte am 10. Juli Chapter-11-Schutz.
- Custombilt Firearms Manufacturing LLC stellte nach Lizenzstreitigkeiten am 8. Februar 2026 einen Chapter-11-Antrag.
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