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Warum rückt Vitamin D im Winter häufiger in den Fokus?

Vitamin-D-Mangel wird besonders in Zeiten mit weniger Sonnenlicht häufiger diskutiert. Der Vitamin-D-Status wird mit dem Bluttest auf 25-Hydroxy-Vitamin D (25(OH)D) beurteilt; Diagnose, Verlaufskontrolle und die Entscheidung für eine Supplementierung sollten jedoch immer individuell von einer Ärztin oder einem Arzt getroffen werden.

Da die Türkei etwa zwischen dem 36. und 42. nördlichen Breitengrad liegt, sinkt zwischen November und Februar der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen so stark, dass die UVB-bedingte Vitamin-D-Synthese in der Haut deutlich reduziert wird. Wintersonne ist daher allein nicht für alle eine ausreichende Quelle.

6 Punkte, die Sie bei Vitamin-D-Mangel kennen sollten

  1. Wintersonne reicht nicht immer aus. Zeit im Freien ist zwar allgemein gesund, doch die körpereigene Vitamin-D-Produktion ist im Winter oft weniger effektiv als in den Sommermonaten. Nur auf Sonnenbaden zu setzen, ist daher keine verlässliche Lösung.
  2. Wie ist der 25 OH Vitamin-D-Wert zu interpretieren? Nach den in der Praxis häufig verwendeten Grenzwerten der Endocrine Society gilt unter 20 ng/mL als Mangel, 20 bis 30 ng/mL als unzureichend und über 30 ng/mL als ausreichend. Dennoch müssen die Werte immer zusammen mit Alter, Beschwerden und Begleiterkrankungen beurteilt werden.
  3. Fenster und Kleidung können die Synthese begrenzen. Tageslicht zu bekommen und die Haut direkt UVB-Strahlung auszusetzen, ist nicht dasselbe. Dicke Kleidung, längeres Sitzen hinter Glas und die Verwendung von Sonnenschutz können die Bildung in der Haut verringern.
  4. Lebensmittel helfen, reichen allein aber oft nicht aus. Fettfische, Eier und einige mit Vitamin D angereicherte Produkte können einen Beitrag leisten. Den gesamten Tagesbedarf nur über die Ernährung zu decken, ist jedoch nicht immer einfach.
  5. Das Gesundheitsministerium gibt seit Mai 2005 allen Babys unter einem Jahr täglich 400 IE kostenloses Vitamin D. Das Programm zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels bei Säuglingen und zum Schutz der Knochengesundheit zielt darauf ab, Rachitis zu verhindern und die Knochengesundheit zu erhalten; das Ministerium teilt mit, dass bislang fast 15 Millionen Babys unterstützt wurden.
  6. Hochdosierte Präparate sollten nicht eigenmächtig eingenommen werden. Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann sich im Körper anreichern. Deshalb kann die Einnahme hoher Dosen ohne ärztliche Empfehlung das Risiko einer Vergiftung erhöhen.

Warum ist die Entscheidung für ein Präparat immer individuell?

Die Entscheidung für eine Vitamin-D-Supplementierung hängt von Alter, Schwangerschaft, Säuglingsalter, chronischen Erkrankungen und der eingenommenen Medikation ab. Statt einen im Internet gefundenen Wert allein zu interpretieren oder die für jemand anderen empfohlene Dosis zu übernehmen, ist es sicherer, die Hausärztin, den Hausarzt oder eine Fachärztin bzw. einen Facharzt zu konsultieren.

Vor allem bei Babys, aber auch im Kindes-, Erwachsenen- und höheren Alter ist eine regelmäßige Kontrolle für die Knochengesundheit wichtig. Wer im Winter unter Müdigkeit oder Muskel- beziehungsweise Knochenschmerzen leidet, sollte Laborergebnisse und klinische Beurteilung immer gemeinsam bewerten lassen.

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