Neue Gefechte rund um die Insel Larak
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind nach mehreren Wochen relativer Ruhe in der Straße von Hormus erneut in einen offenen Konflikt umgeschlagen. Nach Angaben eines US-Beamten griffen amerikanische Kräfte zwei Raketenstellungen auf der nahe der Meerenge gelegenen Insel Larak an; die iranischen Revolutionsgarden erklärten, bei dem Angriff seien zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, es habe sich um eine begrenzte und präzise Operation gegen Minenverlegeeinheiten gehandelt, die in der Straße von Hormus eine unmittelbare Bedrohung dargestellt hätten. Nach Angaben der BBC war dies der erste bekannte US-Angriff auf den Iran seit der erneuerten Militärkampagne, die Präsident Donald Trump Ende Juli gestoppt hatte.
Die dem Iran nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, der Angriff sei mit Drohnen ausgeführt worden. Zudem behaupteten die Revolutionsgarden, sie hätten über der Straße von Hormus eine US-Drohne abgeschossen.
Vergeltungsangriff auf US-Basen in Jordanien behauptet
Jordanisches Militär spricht von abgefangenen acht Raketen
Iranische Staatsmedien berichteten, Teheran habe als Reaktion auf den Angriff auf Larak die US-Stützpunkte King Hussein und el-Azraq in Jordanien mit ballistischen Raketen ins Visier genommen. Die jordanische Armee erklärte hingegen, in den frühen Morgenstunden des Montags seien acht Raketen abgefangen worden.
Die Revolutionsgarden behaupteten, bei dem Angriff seien technische Infrastruktur, Wartungsanlagen und Standorte für Kampfflugzeuge getroffen worden. Irans Präsident Masud Peseschkian sagte in einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Erklärung, sein Land wolle keinen Krieg, werde aber auf Angreifer entschlossen reagieren.
Warum das Risiko in der Straße von Hormus steigt
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Passagen für den globalen Energietransport. Vor Beginn des Kriegs wurden rund 20 % der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen über diese Route transportiert.
- Die Insel Larak liegt vor der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas und direkt über der Meerenge.
- Washington hatte am 24. August eine neue Sanktionskampagne gegen Teheran angekündigt.
Donald Trump hatte in der vergangenen Woche behauptet, der Iran habe in der Meerenge gelegte Minen unschädlich gemacht oder entfernt; zugleich warnte er, neue Minenverleger würden zerstört. Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi wies diese Darstellung als Propaganda zurück.
Nach den jüngsten Angriffen teilte Trump auf Truth Social zudem KI-generierte Videos, die explodierende iranische Öl-Infrastruktur zeigen sollten. Nach den am 28. Februar begonnenen großflächigen gegenseitigen Angriffen hat die seit mehr als sechs Monaten andauernde Konfliktlage die Sicherheitsrisiken rund um die Meerenge erneut erhöht.
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