Erste Stellungnahmen von Cronos und Tectonic
Cronos hat die Blockchain am Sonntag nach einem festgestellten Exploit im Tectonic-Protokoll angehalten. Das Netzwerkteam teilte mit, die Untersuchung laufe weiter und neue Informationen würden folgen; ein Zeitplan für den Neustart wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch nicht genannt.
Tectonic warnte die Nutzer ebenfalls davor, vorerst nicht mit dem Protokoll zu interagieren. Beide Projekte haben die genaue Ursache des Angriffs und das endgültige Schadensausmaß bislang nicht bestätigt; der vorübergehende Stopp unterbrach zudem den Transaktionsfluss im Cronos-Ökosystem.
Angriffsmechanismus und Schätzung von 75 Millionen Dollar
Vom Forscher benannte Schwachstellen
Der Kryptoforscher Weilin Li erklärte, der Angreifer habe die 20-Prozent-Sicherheitsquote im TONIC-Token mit geringer Liquidität kombiniert. Nach Angaben von Li trieb der Angreifer den Preis des Governance-Tokens innerhalb von rund 20 Minuten um das Hundertfache nach oben und lieh sich anschließend weitere Vermögenswerte.
In Lis erster Berechnung wurde der betroffene Betrag auf rund 66 Millionen Dollar beziffert. Der Forscher sagte, dass vor dem Stopp des Netzwerks etwa 6 Millionen Dollar über eine Bridge auf das Ethereum-Netzwerk übertragen worden seien, während rund 60 Millionen Dollar auf Cronos verblieben.
Später wurde an einer weiteren, dem Angreifer zugeschriebenen Adresse nochmals ein Betrag von rund 8 Millionen Dollar entdeckt. Damit stieg der geschätzte Gesamtschaden auf 75 Millionen Dollar; dass der Großteil der Gelder weiterhin im Cronos-Netzwerk liegt, fiel besonders auf.
Marktauswirkungen und offene Fragen für Nutzer
Crypto.com-CEO Kris Marszalek erklärte, dass die App und die Börse des Unternehmens von dem Vorfall nicht betroffen seien und der Betrieb normal weiterlaufe. Marszalek sagte außerdem, dass die Kundenvermögen auf diesen Plattformen sicher seien.
Cronos und Tectonic haben bislang jedoch keine klare Roadmap zu folgenden Punkten vorgelegt:
- ob gegen die vom Angreifer kontrollierten Adressen Einschränkungen verhängt werden,
- ob die Vermögenswerte zurückgeholt werden können,
- ob für betroffene Nutzer ein Entschädigungsmechanismus eingerichtet wird.
Bis zu einer offiziellen Bestätigung werden sowohl die Schadenshöhe als auch die Chancen auf eine Rückgewinnung am Markt genau beobachtet. Der Vorfall rückt insbesondere die Risiken von DeFi-Kreditprotokollen und Besicherungsstrukturen erneut in den Fokus.
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