Steuerfinanzierte Werbeausgaben sorgen für Streit
Trump-Werbung ist in den USA wenige Wochen vor den Zwischenwahlen im November zu einem politischen und finanziellen Streitthema geworden. Nach Angaben des Werbemessdienstes AdImpact wurden für zwei landesweit ausgestrahlte Spots bislang insgesamt rund 1,28 Millionen Dollar an öffentlichen Mitteln ausgegeben.
In einem der Spots wird Präsident Donald Trump in den Mittelpunkt gestellt, während auf dem Bildschirm Botschaften wie Steuersenkungen erscheinen, die die Republikaner im Wahlkampf verwenden. Der betreffende Spot lief am Wochenende in der Sendung „Face the Nation“ auf CBS sowie während College-Football-Spielen; dafür seien rund 920.000 Dollar ausgegeben worden.
Zweiter Spot kostete ebenfalls Hunderttausende Dollar
Der zweite Spot sendet eine schärfere Botschaft und listet Trumps politische Ziele auf. Laut AdImpact wurde der Inhalt während NFL-Spielen und der Sendung „Fox News Sunday“ gezeigt; die bisherigen Kosten belaufen sich auf mehr als 362.000 Dollar.
Am Ende beider Spots findet sich der Hinweis, dass die Zahlung von der US-Regierung geleistet werde. Aus welchem Haushaltsposten die Finanzierung stammt, ist bislang jedoch nicht geklärt.
Regeln für den Bundeshaushalt und das Propagandaverbot rücken wieder in den Fokus
Kongressmitglieder fragen, ob die rechtlichen Grenzen überschritten wurden
Das Weiße Haus verteidigte die Werbung als öffentliche Dienstankündigung und erklärte, sie solle die Amerikaner daran erinnern, ihr Land zu lieben und worauf es sich zu verteidigen lohne. Abgeordnete und Senatoren beider Parteien fragen jedoch, ob die Spots die Grenze zwischen öffentlichem Interesse und politischer Botschaft überschreiten.
Die demokratische Senatorin Maggie Hassan schrieb in einem Brief an Susie Wiles, die Stabschefin des Weißen Hauses, die Anzeige verfolge keinen klaren offiziellen Zweck und scheine gegen das bundesweite Propagandaverbot zu verstoßen. Der republikanische Senator John Kennedy schloss sich der Kritik an und sagte, Staatsbedienstete sollten kein öffentliches Geld für die eigene Selbstdarstellung ausgeben.
Beschränkungen in den Haushaltsgesetzen stehen im Mittelpunkt
In den jüngsten Haushaltsgesetzen der zuständigen Kongressausschüsse finden sich klare Grenzen gegen die direkte oder indirekte Nutzung von Bundesmitteln für Propaganda- oder Werbezwecke innerhalb der USA. Deshalb wird der Fall nicht nur unter politisch-ethischen Gesichtspunkten verfolgt, sondern auch mit Blick auf Haushaltskontrolle und die Verwendung öffentlicher Gelder.
- Für den ersten Spot gemeldete Ausgaben: rund 920.000 Dollar
- Für den zweiten Spot gemeldete Ausgaben: mehr als 362.000 Dollar
- Gesamtkosten für die öffentlichen Mittel: rund 1,28 Millionen Dollar
Vor den Zwischenwahlen wächst die Verbindung von Haushalt und Politik
Die Botschaften der Spots ähneln dem Wahlkampfvokabular der Republikaner
Die Inhalte der Werbung orientieren sich weitgehend an den Themen, die die Republikaner bei Wahlkampfveranstaltungen betonen. Da die aktuelle Berichterstattung demokratische Kandidaten in Führung zeigt, haben die Ausstrahlungen die Kritik verstärkt, öffentliche Haushaltsmittel würden im politischen Wettbewerb eingesetzt.
Aus finanzieller Sicht steht dabei weniger die unmittelbare Marktpreisbildung im Vordergrund als vielmehr die Disziplin bei den Bundesausgaben, die Kontrolle des Haushalts und die Risiken beim Einsatz von Steuergeldern. Fragen zur Finanzierungsquelle und zur rechtlichen Grundlage der Spots dürften bis zu den Wahlen ein wichtiges Thema in den Haushaltsdebatten in Washington bleiben.
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