Sanktionen verschärfen den Rückgang im Außenhandel
Der iranische Handel ist infolge der US-Sanktionen und der Seeblockade deutlich eingebrochen. Masud Pezeschkian erklärte im Staatsfernsehen, der Rückgang im Außenhandel liege zwischen 25 und 35 Prozent; die Exporte seien gesunken, die Verluste bei den Importen fielen jedoch noch gravierender aus.
Pezeschkian sagte, die aktuellen Daten zeigten klar, wie stark die Sanktionen die Wirtschaft belasteten. Der Rückgang bei den Exporten sei noch begrenzter als bei den Importen, dort sei jedoch ein deutlich stärkerer Einbruch zu sehen.
Aufruf zur Verringerung der Dollar-Abhängigkeit
Mojtaba Chamenei forderte in einer am Freitag veröffentlichten schriftlichen Botschaft, dem Wirtschaftswachstum und dem Ausbau der Produktion besondere Priorität einzuräumen. Zugleich wurde dazu aufgerufen, die prägende Rolle des US-Dollars in der Wirtschaft schrittweise zu verringern und die Widerstandswirtschaft zum zentralen Leitbild zu machen.
Washington nimmt neue Finanzkanäle ins Visier
Scott Bessent hat am Montag die Sanktionskampagne namens Operation Economic Outcast gestartet, die Irans wirtschaftliche Verbindungen weltweit kappen soll. In diesem Rahmen schlug das US-Finanzministerium vor, der Niederlassung von Banque Misr in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Korrespondenzbankzugang zu US-Finanzinstituten zu entziehen.
- Nach Angaben des Ministeriums wickelte Banque Misr VAE in den vergangenen zwei Jahren Transaktionen in Höhe von rund 1,8 Milliarden US-Dollar für 103 Unternehmen ab, die mit Irans Schattenbankensystem in Verbindung gebracht werden sollen.
- Die Bank erklärte, man kooperiere mit den zuständigen Behörden; die regulatorische Maßnahme betreffe ausschließlich die Niederlassung in den VAE.
Ölladungen im August stark rückläufig
Kpler-Daten zufolge sank die Rohölmenge, die der Iran für den Export in die Häfen brachte, im August auf rund 260.000 Barrel pro Tag. Das liegt mehr als 80 Prozent unter dem Niveau von August 2025 mit 1,7 Millionen Barrel und rund 70 Prozent unter den 893.000 Barrel des Vormonats.
US-Präsident Donald Trump setzte die Blockade am 14. Juli wieder in Kraft, nachdem iranische Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus erfolgt waren. Das US-Zentralkommando teilte mit, bis zum 28. August seien 82 Handelsschiffe umgeleitet, drei außer Gefecht gesetzt und zwei geentert worden.
Teheran sendet Signale der Widerstandsfähigkeit bei Haushalt und Devisen
Das iranische Ölministerium erklärte unterdessen, man verfüge trotz der Seeblockaden über ausreichende Verkaufsreserven für den Haushalt 2026-2027. In den ersten vier Monaten seien 7,5 Milliarden US-Dollar aus dem Ölverkauf an die Zentralbank überwiesen worden; dieser Betrag reiche aus, um Devisenausgaben bis Anfang Januar 2027 zu decken.
Sechs Monate nach Beginn groß angelegter militärischer Operationen der USA und Israels im Iran gibt es weiterhin keine Ergebnisse bei den Bemühungen um eine vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die anhaltenden Spannungen zeigen, dass der Druck auf Irans Handelsströme und Energieeinnahmen kurzfristig nicht nachgelassen hat.
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