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Was umfasst das von der G7 angekündigte Paket?

Die G7 hat beschlossen, unter Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) 100 Millionen Barrel Öl und Diesel auf den Markt zu bringen, um die angespannte Energieversorgung zu lindern. Die Freigabe soll sofort beginnen und insgesamt vier Monate dauern. Zum Paket gehört auch eine vorgezogene, großvolumige Diesel-Freisetzung in den ersten 20 Tagen.

  • Die Freigabe der Reserven soll aus einer Mischung aus Rohöl und Diesel bestehen.
  • In den ersten 20 Tagen soll eine erhebliche Menge Diesel auf den Markt kommen.
  • Unter den G7-Mitgliedern besteht Einigkeit, dass es bei Energie und Energieprodukten keine Exportbeschränkungen geben soll.

Die Entscheidung fiel, nachdem Donald Trump Druck gemacht hatte und damit gedroht haben soll, die Diesel-Exporte aus den USA zu verbieten, falls europäische Länder nicht mehr Lagerbestände freigeben. Später sagte Trump im Weißen Haus, ein solches Verbot sei faktisch nicht auf dem Tisch. Vor diesem Hintergrund soll der gemeinsame Schritt der G7 vor allem Vertrauen in die weitere Dieselversorgung aus den USA schaffen.

Wie reagierten die Märkte auf die Entscheidung?

Brent-Öl fiel nach der Ankündigung kurzzeitig unter 100 Dollar, stieg am Freitagabend jedoch wieder auf rund 102 Dollar. Das zeigt, dass die Freigabe der Reserven die Preise zunächst gedrückt hat, geopolitische Risiken an den Märkten aber weiter wirken.

Geopolitische Risiken begrenzten den Rückgang

Laut Matt Smith, Rohstoffanalyst bei Kpler, sorgte die Nachricht über die strategische Freigabe aus Europa zunächst für Verkaufsdruck. Berichte über erneut eskalierende Angriffe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi im Jemen drehten die Preisentwicklung jedoch wieder nach oben. Damit wurde die Wirkung der Maßnahmen zur Entspannung der Versorgungslage teilweise durch den Risikoaufschlag aufgrund der Lage im Nahen Osten ausgeglichen.

Warum gilt Diesel wirtschaftlich als so wichtig?

Diesel wird vor allem im Transport und in der Landwirtschaft in großem Umfang genutzt, sodass steigende Kosten sich schnell auf Grundnahrungsmittel und andere Basisprodukte auswirken. Die angespannte Lage am Weltmarkt hat sich zusätzlich verschärft – nicht nur wegen der Konflikte im Nahen Osten, sondern auch wegen des Diesel-Exportverbots, das Russland nach Angriffen auf seine Raffinerien verhängt hat. Die G7 brachte deshalb nicht nur die Freigabe von Lagerbeständen ins Spiel, sondern auch die Abstimmung von Raffinerie-Wartungsplänen und eine Ausweitung der Dieselproduktion in Ländern mit freien Kapazitäten.

US-Angebot und Europas Abhängigkeit

Die USA gehören zu den wichtigsten Diesel-Lieferanten der Welt. Nach Angaben der US Energy Information Administration produzieren die Raffinerien des Landes täglich rund 4 bis 5 Millionen Barrel. Der Inlandsverbrauch nimmt davon etwa 3,6 Millionen Barrel auf, während die verbleibenden 1,2 bis 1,5 Millionen Barrel auf den Weltmarkt exportiert werden.

Für importabhängige Märkte ist es entscheidend, dass der Dieselstrom aus den USA anhält. In Großbritannien stiegen die Zapfsäulenpreise am Freitag erstmals auf über 2 Pfund pro Liter; mehr als die Hälfte des dort verbrauchten Diesels wird importiert, und 31 Prozent dieser Importe kommen aus den USA. Welche Partnerländer tatsächlich Reserven freigeben und wie schnell dies geschieht, ist bislang allerdings noch offen.

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