Der erwartete Anstieg im Januar könnte Millionen Haushalte treffen

Die jüngsten Prognosen für Energierechnungen deuten darauf hin, dass die typische jährliche Haushaltsrechnung in Großbritannien im Januar um 276 Pfund auf 1.999 Pfund steigen könnte. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Cornwall Insight, die mit der BBC geteilt wurden, entspräche das einem Plus von 16 Prozent und dem stärksten Anstieg seit vier Jahren. Die Erhöhung dürfte Millionen Kundinnen und Kunden mit variablen Tarifen ausgerechnet in der kältesten Phase des Jahres belasten.

Im Rahmen der von Ofgem, der britischen Energieaufsicht, festgelegten Preisobergrenze sehen sich rund 20 Millionen Haushalte in England, Schottland und Wales seit dem am Donnerstag in Kraft getretenen Oktober-Update mit einem Anstieg um 4 Prozent konfrontiert. Für einen typischen Haushalt, der per Lastschrift zahlt und Gas sowie Strom nutzt, läge die Jahresrechnung bei unverändertem Niveau bei 1.723 Pfund. Ohne die von der Regierung gewährte Mehrwertsteuerermäßigung auf Strom wäre der Anstieg noch höher; sie senkt die typische Rechnung um rund 45 Pfund im Jahr.

Preisdruck entsteht durch Gasversorgung und niedrige Bestände

Cornwall Insight führt den Sprung in der Januar-Prognose darauf zurück, dass der Konflikt im Nahen Osten die Gasversorgung stört und die Speicherstände in Europa niedrig bleiben. Nach Angaben des Unternehmens könnte der Bedarf, die Vorräte über den Winter wieder aufzufüllen, die Energiekosten nicht nur in den Wintermonaten, sondern länger hoch halten. Auch wenn die Regulierungsbehörde die Januar-Preisobergrenze erst bis Ende November bekannt geben will, lässt die bereits zur Hälfte verstrichene Preisbildungsphase nur wenig Spielraum für eine deutliche Korrektur nach unten.

Was die wichtigsten Zahlen zeigen

  • Erwarteter Anstieg für Januar: 16 Prozent
  • Prognose für die typische Jahresrechnung: 1.999 Pfund
  • Jahresniveau nach dem Oktober-Update: 1.723 Pfund
  • Haushalte mit variablem Tarif: rund 20 Millionen

Steigende Schulden verschärfen den Druck auf Regierung und Versorger

Aktuelle Ofgem-Daten zeigen, dass die ausstehenden Rechnungs- und Gebühren-Schulden der Kundinnen und Kunden bei den Versorgern insgesamt mehr als 5 Milliarden Pfund betragen. Das belastet nicht nur die Haushalte, sondern wirkt sich wegen des höheren Ausfallrisikos auch auf die Funktionsweise des Energiemarktes aus. Auf dem Tisch der Regulierer liegt ein Plan zur Entlastung bei Schulden; Verbrauchergruppen drängen darauf, ihn rasch mit staatlicher Unterstützung umzusetzen.

EDF Energy-Chef Simone Rossi gehört zu den Stimmen, die von der Regierung zusätzliche Hilfen fordern. Rossi sprach sich dafür aus, die Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom über den für April geplanten Auslauf hinaus zu verlängern. Zudem plädierte er für eine Genehmigung des Jackdaw-Gasfelds vor Aberdeen und des Rosebank-Ölfelds vor Schottland. Die Regierung erklärt, sie prüfe weitere Schritte, um Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts des hohen Lebenshaltungskostendrucks zu entlasten.