Vorwurf sensibler Informationen im Fed-Verfahren
Das Fed-Spionageverfahren rückte mit dem Vorwurf in den Fokus, dass Informationen über die internen Abläufe einer für Geldpolitik und Finanzsystem zentralen US-Institution nach China gelangt sein sollen. Der frühere leitende Mitarbeiter der Federal Reserve (US-Notenbank), John Harold Rogers, wurde im Januar 2025 festgenommen; laut Anklage übergab Rogers über Jahre hinweg sensible Fed-Informationen an eine Person, die im Auftrag der chinesischen Regierung gearbeitet haben soll.
Der heute 65-Jährige wurde demnach gefasst, als er sich mit seiner chinesischen Ehefrau und seiner 6-jährigen Tochter auf eine Reise nach China vorbereitete. Im Zuge der Ermittlungen durchsuchten die Behörden Rogers' Wohnung. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass er aufgrund seiner Rolle als Senior Adviser für die internationale Finanzforschung der Fed intern Zugang zur Behörde hatte.
Jeanine Pirro, die die Staatsanwaltschaft im Washingtoner Bezirk leitet, erklärte, Rogers habe über Jahre „vertrauliche Informationen der Federal Reserve an chinesische Spione“ weitergegeben. Rogers' Anwälte wiederum betonen, ihr Mandant habe keine wertvollen Informationen weitergegeben und sei vielmehr ein naiver Akademiker gewesen, der in ein Nachrichtendienstspiel hineingezogen worden sei.
Im Zentrum der Vorwürfe: persönliche Beziehungen und Geldhilfe
Laut Ermittlungsakte lernte Rogers die mutmaßlich China-nahe Person 2013 in Shanghai kennen. US-Behörden gehen davon aus, dass der Mann, der sich als Doktorand namens „Hummin Lee“ ausgab, tatsächlich Jin Chuan heißt und für China gearbeitet hat.
Die beiden hielten über Jahre Kontakt. Den Unterlagen zufolge organisierte Lee akademische Einladungen für Rogers, übernahm die Kosten für China-Reisen und sprang in persönlichen Krisen ein. In diesem Zusammenhang heißt es auch, Lee habe eine vermittelnde Rolle in der Beziehung zu der chinesischen Frau gespielt, die Rogers in Shanghai kennengelernt und später geheiratet habe.
Finanzspuren und zentrale Beträge in den Ermittlungen
Laut Gerichtsakten sagte Lee aus, er habe einmal 5.000 US-Dollar an die spätere Partnerin von Rogers überwiesen. Für die Scheidung sei eine Summe von 80.000 Yuan verlangt worden; Rogers habe daraufhin 10.000 Yuan angeboten. Später fanden Bundesagenten in Rogers' Wohnung 55.000 US-Dollar in bar, deren Herkunft unklar blieb.
- Oktober 2017: Bei der zweiten China-Reise intensivierte sich die Beziehung, das Paar schmiedete Heiratspläne.
- März 2018: Rogers heiratete in Hongkong; laut Akte spielte Lee bei der Organisation eine aktive Rolle.
- Sommer 2018: Rogers reiste für die Geburt seiner Tochter nach China und nahm Elternzeit.
Warum der Fall für die Finanzwelt wichtig ist
Nach Unterlagen, die CNBC zitiert, gehören zu den Beweismitteln auch Kurznachrichten, Tonaufnahmen und Kopien geheimer Fed-Dokumente, auf die Rogers zugegriffen haben soll. Im Kern dreht sich der Streit jedoch darum, wie wertvoll die weitergegebenen Informationen tatsächlich waren und ob Rogers bewusst als Spion handelte oder ein leicht manipulierbares Ziel war.
Die Federal Reserve und ihre interne Aufsichtsbehörde äußerten sich nicht. Die Vorwürfe gegen die US-Notenbank, die von den globalen Märkten genau beobachtet wird, rücken die Themen Informationssicherheit und Interessenkonflikte in Finanzinstitutionen erneut in den Vordergrund.
"""
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten.
Kommentar schreiben
Yorum yazmak için giriş yapın. Üyelik ücretsiz; yorumunuz editör onayından sonra yayımlanır.