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Ihr Zustand im Krankenhaus bleibt unklar

Die Anwältin von Christa Pike, Stephen Ferrell, sagte, die 50 Jahre alte Insassin befinde sich nach der erfolglosen Hinrichtung per Giftspritze in Nashville in kritischem Zustand im Krankenhaus. Nach Ferrells Angaben versuchen Ärzte, die Wirkung von zwei Dosen Pentobarbital aus dem Körper zu bekommen; eine klare medizinische Einschätzung sei bislang nicht möglich.

Nach Angaben des Anwalts wird Pike beatmet. Ferrell erklärte, er wisse nicht, ob die Insassin zwischenzeitlich wieder zu Bewusstsein gekommen sei. Informationen über ihren Zustand erhalte er nicht direkt von Ärzten, sondern über eine Person mit medizinischer Vollmacht.

Auch wer Pike im Krankenhaus besucht hat, ist demnach unklar. Ihr Anwalt sagte, er selbst habe sie dort bislang nicht aufgesucht.

Offene Fragen nach dem Hinrichtungsversuch

Pike war am Mittwoch in Tennessee zweimal hingerichtet werden sollten; nach dem Scheitern der Prozedur wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Die Behörden machten öffentlich keine Angaben dazu, warum die Hinrichtung nicht wie geplant verlief. Ebenso offen ist, ob es einen neuen Hinrichtungstermin geben wird.

Nach dem Vorfall setzte Tennessees Gouverneur Bill Lee alle Hinrichtungen für den Rest des Jahres aus. Für zusätzliche Diskussionen sorgte zudem die Ankündigung des Chefs des staatlichen Gefängnissystems, am Samstag aus dem Amt zu scheiden.

  • Die Behörden nannten keine technischen Details zum misslungenen Hinrichtungsversuch.
  • Die Generalstaatsanwaltschaft von Tennessee gab der Verteidigung bislang keinen Hinweis auf das weitere Vorgehen.

Ferrell sagte, selbst wenn Pike überlebe, sei unklar, ob sie sich vollständig erholen werde und wie ihre Verhandlungsfähigkeit rechtlich bewertet werde. Die Verteidigung hat den Gouverneur zudem aufgefordert, die Todesstrafe zumindest in eine lebenslange Haft umzuwandeln.

Hintergrund des Falls und medizinische Einwände

Pike wurde 1995 wegen der Tötung der 19-jährigen Colleen Slemmer verurteilt und im darauffolgenden Jahr zum Tode verurteilt. Pike war damals 18 Jahre alt; laut Gerichtsunterlagen soll sie Slemmer gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Tadaryl Shipp geschlagen, gefoltert und getötet haben.

Vor der Hinrichtung hatten Verteidiger gewarnt, Pikes Krankengeschichte und anatomische Besonderheiten könnten das Risiko unnötiger Schmerzen bei der Giftspritze erhöhen. In der Akte wurde besonders auf ihre kleinen Blutgefäße und eine Gerinnungsstörung namens Thrombozytose hingewiesen.

Das Department of Correction des Bundesstaats verteidigte hingegen das Protokoll der Giftspritze und erklärte, die Hinrichtung sei nach dem geltenden Verfahren durchgeführt worden. Die Mutter des Opfers, May Martinez, sagte der lokalen Presse indes, sie sei äußerst enttäuscht darüber, dass die Hinrichtung nicht vollstreckt wurde.

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