Neues Bild beim Blick auf globale Einflüsse in Lateinamerika

Die Ergebnisse der Lateinamerika-Umfrage deuten auf einen bemerkenswerten Wandel in der Wahrnehmung globaler Mächte in der Region hin. Laut der 2026 veröffentlichten Erhebung der chilenischen Nichtregierungsorganisation Latinobarómetro bewerteten 65 Prozent der Befragten in 17 Ländern den Einfluss Chinas positiv. Bei der USA lag der Anteil der positiven Stimmen bei 57 Prozent.

Die Untersuchung zeigt, dass China bei diesem Thema erstmals seit Beginn der Erhebung im Jahr 1995 vor den USA liegt. Die positive Haltung gegenüber China stieg von 48 Prozent im Jahr 2020, während das positive Bild der USA im selben Zeitraum von 60 Prozent zurückging.

  • Anteil der Befragten mit positiver Sicht auf Chinas globalen Einfluss: 65 %
  • Anteil der Befragten mit positiver Sicht auf den globalen Einfluss der USA: 57 %
  • Länder, in denen die USA positiver gesehen werden als China: Costa Rica und Dominikanische Republik

Ergebnisse erscheinen vor dem Hintergrund von Washingtons Regionalpolitik

Die Umfrageergebnisse wurden in einer Phase veröffentlicht, in der die Regierung von Donald Trump in seiner zweiten Präsidentschaftszeit versuchte, den Einfluss Washingtons in Lateinamerika weiter zu stärken. Laut dem Bericht setzte dieser Ansatz vor allem auf einen sichtbareren Einsatz militärischer Macht.

In diesem Zusammenhang kam es zu Angriffen auf Boote, denen Drogenhandel in der Region vorgeworfen wurde. Menschenrechtsorganisationen bezeichneten diese Einsätze als außergerichtliche Hinrichtungen. Außerdem gehörte die Entführung des damaligen venezolanischen Staatschefs Nicolas Maduro durch US-Kräfte in Brasilien zu den Ereignissen, die in der Umfrage berücksichtigt wurden. Trump bezeichnete diesen Kurs als

„Donroe-Doktrin“
.

Allgemeine Sympathie für die USA bleibt höher, Maduro-Operation spaltet

Obwohl China bei der Bewertung des globalen Einflusses vorne liegt, zeigt sich bei der allgemeinen Einschätzung beider Länder ein anderes Bild. 63 Prozent der Befragten äußerten sich positiv über die USA, während der Wert für China bei 58 Prozent lag. Auffällig ist jedoch, dass die positive Sicht auf die USA von 73 Prozent im Jahr 2024 zurückgegangen ist.

In der Umfrage wurden die Teilnehmer auch nach ihrer Meinung zur Festnahme Maduros durch das US-Militär gefragt. In allen Ländern außer Argentinien befürwortete die Mehrheit diese Operation. Über die Folgen für Venezuela waren die Ansichten jedoch stärker geteilt: 35 Prozent meinten, ein Sturz Maduros würde dem Land nützen, 28 Prozent sahen darin einen Nachteil. Laut der Studie gehören Venezolaner zu den Bevölkerungsgruppen, die den Einfluss der USA am ehesten positiv bewerten.

Wie wurde die Umfrage durchgeführt?

Die Latinobarómetro-Erhebung 2026 wurde zwischen dem 7. Mai und 17. Juni in 17 Ländern mit rund 19.200 persönlichen Interviews durchgeführt. Die Fehlermarge der Umfrage wurde mit 1 % angegeben.