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Wie deutlich bremst der US-Arbeitsmarkt?

Die US-Beschäftigung hat im September ein enttäuschendes Bild abgegeben. Nach Angaben des US Bureau of Labor Statistics (BLS) schufen Arbeitgeber im Monatsverlauf nur 29.000 neue Stellen; das lag deutlich unter den auf 133.000 nach unten revidierten August-Zahlen.

Auch die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent und damit über den Augustwert von 4,1 Prozent. Die BLS-Daten zeigen, dass sich die Zahl der Beschäftigten in großen Branchen von Technologie bis Einzelhandel nur wenig veränderte, während sich die Einstellungsdynamik gegenüber dem Vormonat klar verlangsamte.

Wie beeinflussen die schwachen Daten den Zinspfad der Fed?

Ökonomen sehen in den jüngsten Zahlen ein Zeichen für eine Abkühlung der US-Wirtschaft und damit ein wichtiges Signal für die Federal Reserve (Fed). Für die Märkte ist vor allem entscheidend, dass die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen in kurzer Folge sinkt.

Erste Einschätzungen von Ökonomen

Schroders-Experte George Brown sagte, im Jahresverlauf habe es starke Schwankungen beim Beschäftigungsaufbau gegeben, weshalb ein einzelner schwacher Bericht nicht zwangsläufig auf einen dauerhaften Einbruch hindeute. Bradley Saunders von Capital Economics erklärte, der Rückgang der öffentlichen Beschäftigung und Änderungen in der temporären Visapolitik hätten das gesamtwirtschaftliche Wachstum belastet; die Daten sollten daher nicht isoliert als Desaster gewertet werden.

  • Jeffery Roach, Chefökonom bei LPL Financial, sieht eine deutliche Spaltung zwischen jenen Sektoren, die den KI-Boom stützen und Waren produzieren, und dem Dienstleistungssektor.
  • Nach Roachs Einschätzung verringert die allgemeine Abkühlung am Arbeitsmarkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed noch zwei weitere Zinserhöhungen vornimmt.

Die Wirtschaftslage wirkt auch auf den Wahlkampf

Der Beschäftigungsbericht stand im Widerspruch zu Aussagen von Präsident Donald Trump, der die US-Wirtschaft weiterhin als robust darstellt. Nach Einschätzung der im Bericht zitierten Quellen könnte diese Diskrepanz die Kampagnenbotschaften der Republikaner vor den Zwischenwahlen erschweren.

Laut einer AP/NORC-Umfrage billigen nur 17 Prozent der Amerikaner die Leistung des Präsidenten bei den Lebenshaltungskosten. Die Zustimmung zur Wirtschaftsführung fiel mit 26 Prozent auf einen neuen Tiefstand.

Trump räumte in dieser Woche bei einer Veranstaltung im Weißen Haus ein, dass es ihm nicht gelungen sei, die gute Entwicklung der US-Wirtschaft überzeugend zu vermitteln. Die Septemberdaten deuten darauf hin, dass die Kluft zwischen wirtschaftlicher Wahrnehmung und offiziellen Zahlen wenige Wochen vor der Wahl noch stärker diskutiert werden könnte.

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