Deutlich höhere Gebühren für Daueraufenthalt und lange Schlangen in den Ämtern
Japan hat die Gebühr für Anträge auf Daueraufenthalt von Ausländern um das 20-Fache auf 200.000 Yen erhöht. Die Änderung ist Teil von Maßnahmen, mit denen das Land seine Migrationspolitik neu ordnen will, während die ausländische Bevölkerung schnell wächst.
Vor Inkrafttreten der Erhöhung eilten viele Antragsteller, die noch zum alten Tarif beantragen wollten, zu Wochenbeginn zu den Einwanderungsbehörden. Im Hauptbüro der Einwanderungsbehörde in Tokio soll die Wartezeit mehr als sieben Stunden betragen haben.
Bereits im Juli waren die Visagebühren für alle Ausländer verfünffacht worden. Die Behörden begründeten dies mit der Anpassung an Inflation und Wechselkursschwankungen.
Bei neuen Antragsregeln stehen Einkommen, Rente und Sprache im Fokus
Welche Kriterien gelten künftig für den Daueraufenthalt?
Mit der Gebührenerhöhung wurden auch die Voraussetzungen verschärft. Wer einen Daueraufenthalt beantragen will, muss künftig ein stabiles Einkommen nachweisen, die Voraussetzungen für die Rentenversicherung erfüllen und später auch ausreichende Japanischkenntnisse belegen.
Nach den zuletzt im Juli veröffentlichten Daten lag das durchschnittliche Haushaltseinkommen in Japan im Jahr 2024 bei 5,75 Millionen Yen. Nach der neuen Regelung wird von Antragstellern erwartet, dass sie mindestens dieses Einkommen oder mehr regelmäßig nachweisen.
- Bei Anträgen auf Wechsel des Aufenthaltsstatus oder Verlängerung der Aufenthaltsdauer entfällt die bisherige Gebühr von 6.000 Yen.
- Ab dem 1. Oktober liegt die Gebühr je nach gewünschter Aufenthaltsdauer zwischen 10.000 Yen und 75.000 Yen.
- Für Antragsteller in finanziellen Notlagen sowie für als Flüchtlinge eingestufte Personen können Ermäßigungen gewährt werden.
Ab April nächsten Jahres wird für Anträge auf Daueraufenthalt zudem ein grundlegendes Japanisch-Niveau verlangt. Laut lokalen Medien hat diese Erwartung die Zahl der Anmeldungen an japanischen Sprachschulen und der Anträge für den Japanisch-Sprachtest erhöht.
Wachsende ausländische Bevölkerung befeuert Migrationsdebatte neu
Die Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi hat Einwanderungsregelungen zu einem der Prioritätenthemen gemacht. Die Regierung argumentiert, sie wolle die Politik gegenüber Ausländern stärker „geordnet“ gestalten, um öffentliche Sorgen zu verringern.
Die Zahl der in Japan lebenden ausländischen Einwohner hat bis Ende 2025 mit 4,12 Millionen einen Rekordwert erreicht. Das entspricht einem Anstieg von 9,5 % im Vergleich zum Vorjahr.
Gleichzeitig ist das Land wegen seiner alternden Bevölkerung und des Arbeitskräftemangels stärker auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Das politisch sensible Thema Migration zeigt damit eine neue Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Wirtschaft und den Sorgen über den gesellschaftlichen Wandel.
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