Was geschah an Bord?
Der Flydubai-Flug nach Tel Aviv musste am Mittwoch nach einem Angriff im Cockpit auf dem Tabuk Airport im Nordwesten Saudi-Arabiens notlanden. Israels Ministerpräsident Binyamin Netanjahu erklärte, einer der Piloten habe nach einem Messerangriff auf den anderen versucht, das Flugzeug zum Absturz zu bringen; der Verdächtige sei von saudischen Behörden festgenommen worden.
Die Maschine mit der Flugnummer FZ1073 war um 03.05 Uhr GMT vom Dubai International Airport in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestartet und auf dem Weg zum Ben-Gurion-Flughafen in Israel. Laut Flugdaten verlor das Flugzeug über Saudi-Arabien nach rund zweieinhalb Stunden in weniger als zwei Minuten mehr als 17.000 Fuß an Höhe; anschließend sendete es nacheinander die Notfallcodes 7700 und 7500. Nach einem kurzen Abstecher in den jordanischen Luftraum landete die Maschine um 06.58 Uhr in Tabuk.
Wie reagierten Passagiere und Crew?
Nach Angaben Netanjahus betraten ein Passagier und ein Mitarbeiter der Kabinenbesatzung das Cockpit und setzten den Angreifer außer Gefecht. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien teilte mit, der verletzte Pilot Kapitän Smit Machchhar sei ins Krankenhaus gebracht worden; sein Zustand sei stabil.
Wichtige Details aus den Schilderungen der Passagiere
- Israelische Passagiere erklärten, der Angreifer habe versucht, Geräte im Cockpit zu beschädigen und die Kontrolle über das Flugzeug zu stören.
- Einige Reisende berichteten, der Angreifer sei mit Plastikfesseln und Kopfhörerkabeln gebunden worden, bevor andere Piloten die Kontrolle über die Maschine übernommen hätten.
Netanjahu bezeichnete Machchhar als Helden und sagte, er habe gemeinsam mit den eingreifenden Passagieren eine große Katastrophe verhindert. Der Ministerpräsident erklärte, an Bord hätten sich mindestens 150 Menschen befunden, fast alle Passagiere seien Israelis gewesen; in einer separaten Stellungnahme sagte er zudem, 174 Menschen seien bei dem Vorfall gerettet worden.
Was sagten Behörden und Flydubai?
Israels Verteidigungsminister Israel Katz bezeichnete den Vorfall als 'Versuch eines dschihadistischen Terrorangriffs'. Zu dem Motiv des Angriffs gab es jedoch bislang keine offizielle Stellungnahme von Polizei, Rettungsdiensten oder den Ermittlungsbehörden.
Unmittelbar nach dem Vorfall seien israelische und saudi-arabische Kampfjets gestartet, zudem habe Netanjahu dringende Sicherheitsberatungen abgehalten. Flydubai teilte mit, es habe eine Auseinandersetzung im Cockpit gegeben; das Bordpersonal habe die Situation unter Kontrolle gebracht und die Maschine sicher in Tabuk gelandet. Das Unternehmen erklärte, für Passagiere und Crew seien zwei Ersatzflugzeuge geschickt worden; der Rückflug, der um 17.40 Uhr von Tabuk gestartet sei, habe Tel Aviv etwa eine Stunde später erreicht.
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