Nach welchen Kriterien sollte die BES-Fondsaufteilung gewählt werden?
Die BES-Fondsaufteilung sollte nicht nur mit Blick auf eine möglichst hohe Rendite bewertet werden, sondern auch danach, wann das angesparte Kapital benötigt wird, wie das Einkommen des Teilnehmers aussieht und wie gut er Schwankungen an den Märkten verkraften kann. In der privaten Altersvorsorge ist nicht jeder Fonds für alle geeignet; ein Teilnehmer mit kurzfristigem Bedarf hat andere Prioritäten als jemand, der langfristig Vermögen aufbauen will.
Bei der Fondsauswahl sollte zuerst das grundlegende Ziel klar definiert werden. Geht es darum, Kapital zu erhalten, ein ausgewogenes Wachstum zu erzielen oder langfristig höhere Erträge zu erreichen, auch wenn stärkere Schwankungen in Kauf genommen werden? Die Antwort auf diese Fragen bestimmt, welchen Anlageklassen im Portfolio mehr Raum gegeben wird.
- Ist der Sparzeitraum lang, können stärker schwankende Fonds leichter berücksichtigt werden.
- Teilnehmer, die kurz vor dem Ruhestand stehen, bevorzugen meist eine ausgewogenere Verteilung.
- Wer regelmäßig einzahlt, kann kurzfristige Auf- und Abwärtsbewegungen oft besser verkraften.
Was verändert das Risikoprofil?
Das Risikoprofil bildet das Rückgrat der Fondsaufteilung. Teilnehmer mit einem niedrigen Risikoprofil erwarten in der Regel geringere Schwankungen, während Anleger mit hohem Risikoprofil auch kurzfristige Verluste akzeptieren, um ein breiteres Renditepotenzial zu nutzen. Damit beeinflusst das Risikoprofil nicht nur die erwartete Rendite, sondern auch die Geschwindigkeit der Ausschläge im Portfolio.
Wie sollte die Fondsauswahl je nach Risikoprofil gedacht werden?
Bei defensiveren Profilen können Geldmarkt- oder Rentenfonds stärker im Vordergrund stehen. Bei offensiveren Profilen lassen sich dagegen Aktienfonds, Edelmetalle oder Fonds mit Exposure zu verschiedenen Märkten stärker berücksichtigen. Grundsätzlich gilt jedoch: Statt das gesamte Vermögen auf ein einziges Thema zu konzentrieren, sollte die Aufteilung breit gestreut werden.
- Niedriges Risiko: Erwartet wird ein vergleichsweise stabiler Verlauf mit begrenzten Schwankungen.
- Mittleres Risiko: Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Schutz und Wachstum.
- Hohes Risiko: Erwartung langfristigen Wachstums trotz teils starker kurzfristiger Bewegungen.
Wann sollte die Fondsaufteilung überprüft werden?
Die Fondsauswahl ist keine Entscheidung, die einmal getroffen und dann vergessen wird. Verändert sich die Einkommenssituation, rückt der Rentenbeginn näher, ändern sich die Marktbedingungen oder das persönliche Risikobewusstsein, kann die Aufteilung neu bewertet werden. Wer jedoch allein auf Basis kurzfristiger Ergebnisse impulsiv entscheidet, gefährdet seinen langfristigen Plan.
Häufige Fehler und worauf geachtet werden sollte
Einer der häufigsten Fehler von Teilnehmern ist es, verspätet in Fonds einzusteigen, die zuletzt besonders gut gelaufen sind. Ein weiterer verbreiteter Ansatz ist es, bei vorübergehenden Rückgängen die gesamte Strategie zu ändern. Dabei darf nicht vergessen werden, dass frühere Wertentwicklungen keine Garantie für die Zukunft sind, jeder Fonds eigene Risiken enthält und die Entscheidung zu den persönlichen Zielen passen muss.
- Die Wahl anderer als passend für das eigene Risikoprofil ansehen
- Die Aufteilung nur anhand kurzfristiger Renditen ändern
- Ohne Prüfung von Fondsinhalt und Strategie entscheiden
Für eine fundierte Bewertung können regelmäßig die Informationsblätter, Fondsstrategien und Risikokennzahlen des jeweiligen Rentenversicherungsunternehmens geprüft werden. So lässt sich das im BES eingegangene Risiko besser mit dem Sparziel in Einklang bringen.
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