Auf welchen Netzwerken ist Open USD gestartet?

Open USD (OUSD) ist im Markt für an den Dollar gekoppelte Krypto-Assets an den Start gegangen und will eine Alternative zur Dominanz von Tether und Circle bieten. Der Stablecoin wurde am Mittwoch auf Ethereum, Solana, Base von Coinbase und auf Tempo, einem von Stripe unterstützten Netzwerk, live geschaltet.

Der Markteintritt erfolgt in einem Stablecoin-Ökosystem mit einem Volumen von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Während die im Umlauf befindlichen rund 143 Milliarden US-Dollar an USDT und 74 Milliarden US-Dollar an USDC weiter die wichtigsten Marktteilnehmer bleiben, verlagert sich der Wettbewerb zunehmend nicht nur auf die Emission, sondern auch auf Vertrieb, Liquidität und konkrete Anwendungsfälle.

Wie ist das Ertrags- und Eigentumsmodell aufgebaut?

Open Standard-CEO Zach Abrams erklärte, OUSD sei für Banking, grenzüberschreitende Zahlungen, Kartenabrechnung, institutionellen Handel und Kreditgeschäfte entwickelt worden. Der Ansatz des Unternehmens ziele darauf ab, die Erlöse und das Eigentum an Stablecoins nicht bei einem einzelnen Emittenten zu bündeln, sondern auf jene Unternehmen zu verteilen, die Angebot und Transaktionsvolumen steigern.

Gründerpartner sollen in diesem Rahmen keine Sonderstellung bei der Erlösverteilung erhalten. Der Vergütungsmechanismus soll für alle Partner gleichermaßen nach Beitrag zum OUSD-Angebot und nach Transaktionsaktivität funktionieren; zudem ist geplant, einen erheblichen Teil des Eigenkapitals des Unternehmens in den kommenden 4 bis 5 Jahren an jene Akteure zu vergeben, die zum Wachstum des Netzwerks beitragen.

Wichtige Zusagen für die Liquidität

Zu den ersten Gründerpartnern des Unternehmens zählen Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa. Diese fünf Unternehmen erhielten jeweils einen gleich großen Startanteil und haben nach eigenen Angaben mehr als 1 Milliarde US-Dollar bereitgestellt, um in den kommenden Monaten die Liquidität von OUSD aufzubauen.

  • Die konkrete Investitionssumme und der jeweilige Einzelanteil der Unternehmen wurden nicht veröffentlicht.
  • Die Gründergruppe soll im Laufe der Zeit auf rund 10 bis 12 Unternehmen anwachsen.
  • Der Verwaltungsrat soll aus den Gründerpartnern gebildet werden.

Das Netzwerk, das im Juni mit mehr als 140 Partnern vorgestellt wurde, umfasst inzwischen nach Unternehmensangaben mehr als 200 Firmen. Neben BlackRock, BNY und Standard Chartered wurden zuletzt auch SBI Holdings, UBS und Jeeves als Teil des Ökosystems genannt.

Welche Marktfolgen und Wachstumschancen gibt es?

Die erste Ankündigung von Open Standard hatte vor allem auf Seiten von Circle für Unruhe gesorgt, weil mit Coinbase, Visa und Mastercard große Namen mit USDC-Bezug an einem konkurrierenden digitalen Dollar-Projekt beteiligt sind. Gleichzeitig stellten einige Analysten die Frage, wie schnell ein Verbund aus zahlreichen, teils miteinander konkurrierenden Unternehmen Entscheidungen innerhalb einer gemeinsamen Struktur treffen kann.

Das Unternehmen plant außerdem, die Präge- und Verbrennungsgebühren für OUSD abzuschaffen. Dan Romero, Verantwortlicher für Geschäftsentwicklung bei Tempo, rechnet damit, dass das Netzwerk innerhalb weniger Monate auf rund 1 Milliarde US-Dollar in OUSD anwachsen könnte und bis 2027 über 10 Milliarden US-Dollar erreichen dürfte; diese Prognose unterstreicht, dass die Liquiditätstiefe im Stablecoin-Wettbewerb in den kommenden Monaten ein zentraler Faktor sein wird.